Geschichte

Die Anfänge

Am 14. März 1862, sieben Jahre nach der in den Folgen des Jahres 1855 beschlossenen Gründung des Eidgenössischen Polytechnikums, schlossen sich die Studierenden zu einer Kampforganisation zusammen. Der “Polytechnische Verein zu Zürich” hatte sich Ziele gesetzt, die sich auch heute noch durchaus sehen lassen dürfen: Er wollte bestehenden Missständen an der Schule zu Leibe rücken.

statuten

Im Jahre 1864 kam es zu einem grossen und vermutlich in diesem Ausmass auch einzigen Konflikt zwischen den “Schülern” und dem “Direktor”. Der Polytechnische Verein forderte die Absetzung des Schuldirektors. Die Autoritäten reagierten wie in solchen Situationen damals üblich: Die Rädelsführer wurden von der Schule gewiesen. Darauf solidarisierten sich die übrigen Studierenden mit den Ausgeschlossenen und verliessen – 250 an der Zahl – unter Protest die heiligen Hallen.

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Dieses Aufbäumen muss ganz gewaltig an den damaligen Kräften gezehrt haben. Der Verein hatte während vieler Jahre keine grossen Erfolge zu verkünden. Vereinsmeierei und elitäre Privilegienpolitik blieben über lange Zeit hinweg die wesentlichen Tätigkeiten.

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Seit einigen Jahrzehnten aber haben die Studierenden wieder begonnen, eigenständiger zu denken. Eine Hochschulpolitik, die sich nicht immer mit den Vorgaben von Bundespolitik und Schulleitung deckt, war das Resultat. Die Entwicklung von Ideen, ihre Einbringung und Implementierung in die offizielle ETH-Politik ist seitdem statt durch dogmatisch-prinzipielle Opposition durch einen fruchtbaren und konstruktiven Dialog geprägt. Die Ansichten der Studierenden werden durch die Organe der ETH ausdrücklich angefragt und die Mitwirkung in vielen Departements- oder schulweiten Gremien ist statuarisch festgehalten. Jahrzehnte dieser Kultur des Dialogs und der gegenseitigen Konsultation haben ermöglicht, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme des VSETH auf die Politik der ETH weitaus grösser sind als diejenigen von Studentenvertretungen an den meisten anderen europäischen Hochschulen. Die durch diesen Meinungsaustausch entstehenden Vorteile – in einer Zeit des sich intensivierenden und globalisierenden Wettbewerbes zwischen den Hochschulen – kommen Studierenden und Schulleitung gleichermassen zugute.

Der VSETH und seine Fachvereine sind aus diesem Grund ideale Ansprechpartner für Studierende bei Verbesserungsvorschlägen oder Problemen struktureller und organisatorischer Art im Hochschulbereich.

Was Studenten bewegt

Im Rahmen des Jubiläums ist 2012 ein Buch zur 150-jährigen Geschichte des VSETH erschienen. Das Buch kann beim Verbandssekretariat bezogen werden.

Buchcover 150 Jahre VSETH